Dentists for Africa Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung

Einsatzbericht von Zahnärztin Steffi Schmitt-Langer

Einsatz in Kaplomboi vom 06.02.-24.02.2012

Einsatzleistende:

  • Steffi Schmitt-Langer, Zahnärztin, Tel.: 0751-21133
  • Waltraud Schmid, ZMP, Tel.: 0751-21133
  • Claudia Ungar, ZAH        
  • Shayan Assadi, Student 7. Semester Zahnmedizin

Nach intensiver Vorbereitung in Ravensburg, die die Materialbestellung, die Absprache mit unserem Vorgänger in Kaplomboi und unsere rechtzeitige Anmeldung in der Missionsstadion betraf, sind wir am 04.02.2012 zu unserem 3 wöchigen Einsatz gestartet.

Diesmal waren wir zu dritt. Waldi und ich mit der Erfahrung von 3 Wochen im August 2010 im Gepäck und Claudia als zahnärztliche Assistentin, die zum 1. Mal dabei war. Unser Fluggepäck war bis auf das letzte Kilo ausgereizt. Jeder durfte 2x 23 Kilogramm + 12 Kg Handgepäck mitnehmen. Dazu gehörte alles, was wir zum Behandeln brauchten (Handschuhe, Mundschutz, Injektionen, Material für Füllungen und kleine chirurg. Eingriffe, Desinfektionsmaterial für Instrumente und Flächen. Zudem nahmen wir mindestens 300 Zahnbürsten, Zahnpastaproben, kleine Spielsachen, Luftballons und andere Dinge für die Kinder als Belohnung mit. Viele Firmen und Freunde, die von unserem Vorhaben wussten, unterstützten uns mit Spenden und Geschenken.All denen gilt ein herzliches Dankeschön. Die Freude der Dorfbewohner an allem, auch Kleidung und Brillen, haben wir auf unseren Fotos festgehalten.
 
Flug und Transfer mit P. Ikiki klappten reibungslos und von der langen Reise müde wurden wir von den Sisters in Sotik in Empfang genommen. Die Freude beiderseits war riesig. Die Fahrzeit von 1 ½ Stunden für die letzen 25 km auf der „Bad Road“ beeindruckte nur noch Claudia, die den Weg in den Busch zum 1. Mal zurücklegte.

Für Waldi und mich war es wie ein bisschen Heimkommen. Das Behandlungszimmer, das Gästehaus, das Bad mit Eimerdusche, das Klo ohne Wasserspülung - ja wir wussten so etwa, was uns erwartete. Aber es gab auch Neues: einen Kühlschrank, einen zusätzlichen Brunnen (ein Segen für die Dorfbewohner), eine neue Holzbaracke für das Personal, und auch der Pater bekommt ein neues Haus. Das Personal auf der Missionsstation, einschl. Sr. Gracia, hat inzwischen gewechselt. Die Leute jedoch sind so herzlich und offen, dass keine Berührungsängste mit der „neuen Crew“ aufkamen.Sonntag wurde das Quartier bezogen, die Zahnstation in Beschlag genommen, und abends folgte eine Einladung zum Essen im Konvent.

Gleich am Montag ging es richtig los. Die Schulkinder, die unser Vorgänger untersucht hatte, standen am Morgen zur Behandlung vor der Praxis. Dazu kamen die von Zahnschmerzen geplagten Bewohner aus der Region. Wir haben unser Möglichstes getan. Dazu gehören Unmengen an Zahnextraktionen, kleine chirurg. Eingriffe und Füllungen für die Kinder. Sr. Rose hatte schon 7 Mobiles organisiert. In den Schulen der Umgebung untersuchten wir knapp 1800 Kinder. Dabei half uns ab der 2. Woche unser angereister Student. Einfache Extraktionen erfolgten gleich in der Schule, denn der Weg zu unserer Station ist oft sehr mühsam und weit für die Kinder (bis zu 2 Stunden Fußweg pro Strecke). Diesmal waren wir klüger und haben gleich in den Schulen die Behandlungszeiten in der Zahnstation vereinbart, so konnten allzu lange Wartezeiten vermieden werden.
Gegen afrikanische Stromausfälle aber haben wir noch kein Mittel gefunden. Erst später erfuhren wir von 2 Generatoren, die im Container versteckt waren und natürlich auch nicht mehr funktionierten. Bis zum Schluß wurde das Problem nicht richtig geklärt. Der Strom war dann doch schneller wieder da und damit wurde die Reparatur wieder verschoben. Eine Aufgabe für unseren Nachfolger gleich am 1. Tag (vermutl. nur ein Batterieproblem, da Generator nie benutzt wird). Trotz afrikanischer Gemütlichkeit und den beschriebenen Schwierigkeiten waren wir sehr fleißig.Shayan unser Student übte sich in Füllungen legen und einfachen Extraktionen.

Waldi beseitigte fleißig Zahnbeläge und hätte sich dazu schärfere Instrumente gewünscht. Mit den Kindern in den Schulen und vor der Praxis übte sie das Zähneputzen mit unserem Krokodil (siehe Foto)  und verkürzte die langen Wartezeiten mit Tattoos kleben und Spielen. Die Kinder waren für jede Abwechslung äußerst dankbar. Claudia sorgte mit großer Umsicht für die Kinder, damit sie etwas Wasser zu trinken bekamen. Sie half mit ihrer guten Laune bei allen Behandlungsabläufen.

Unsere einheimische Jaqueline war sehr kompetent. Sowohl bei der Assistenz am Stuhl, bei Abrechnung und Dokumentation der Behandlungen und Überbrückung unserer Sprachbarrieren war sie unentbehrlich. Auch die Materialzusammenstellung für die Mobiles und Praxispflege kann ihr überlassen werden. Tipps für Pflege und Wartung wurden gerne angenommen, aber auch schon gut ausgeführt.

Sr.  Rose organisierte unsere 3 Wochen perfekt. Leider wird sie nach Kisii gehen. Die Nachfolgerin Sr. Dominique lernten wir schon kennen. Sie begleitete uns bei den Mobiles und wurde von Sr. Rose eingewiesen.

Unser Arbeitsergebnis von 3 Wochen:

  • ca. 1800 Examinationen
  • 550 Füllungen
  • 100 Extraktionen

zusätzlich die Behandlungen der Dorfbewohner und Umkreis.

Die Zahngesundheit der Kinder ist noch immer erschreckend. Bei einem Kind sind 6-8 Füllungen und mehrere Extraktionen keine Ausnahme. Ein Fass ohne Boden. Wir waren uns einig - durch unsere Behandlung konnten wir vielen Kindern die Zähne erhalten, die ansonsten in einigen Jahren gezogen werden müssten. Dies verdanken sie unserer Organisation Dentists for Africa, die die Kinderbehandlungen finanziert. Eine Zahnextraktion in der Station kostet umgerechnet 3 Euro, eine Füllung 8 Euro, im Vergleich dazu eine Geburt 10 Euro. Das ist für die Normalbevölkerung in dieser Region fast nicht bezahlbar. Wir waren abends immer zufrieden, ein gutes Team mit Spaß an der Sache.

Die großen und kleinen Patienten erlebten wir als ausgesprochen geduldige und tapfere Menschen. Trotz verschiedener Hautfarbe und Sprachbarrieren gab es keine Berührungsängste. Auch die Kinder in den Schulen waren neugierig auf uns. Während die Kleinen uns mit Abstand betrachteten, wollten uns die etwas Älteren gern berühren und tasten, wie sich ein weißer Mensch so anfühlt. Der Kontakt zu den Menschen war für uns eine ausgesprochene Bereicherung.

Zu der Missionsstation gehört auch eine Schule. Waldi hatte von Bekannten eine Geldspende dabei.
Von diesem Geld kauften wir Schulmaterial in Sotik, das bei einer Feier den Kindern direkt übergeben werden konnte.

Wir haben eine Familie im Dorf besucht, die wir von 2010 kannten. Am 1. Wochenende kam Sr. Gracia, die 2010 die Station leitete, mit unserer Prisca (ein Patenkind unserer Praxis) zu Besuch. Sie waren fast eine Tagesreise mit Motorrad und Bus zu uns unterwegs. Die Freude war riesig. Wir haben mit Prisca gespielt, Geschenke getauscht und es ist wunderbar zu sehen, wie gut sich das Mädchen entwickelt. Sie ist die Beste in ihrer Klasse und kann durch unsere Hilfe als Waisenkind eine Privatschule besuchen.
 
Den Unterschied zwischen Public-School und Private-School haben wir ausgiebig kennengelernt.
Wenn die Zeit reichte, sind wir abends wieder zum Laufen gegangen, mit fröhlicher Begleitung der Dorfkinder.

Die 3 Wochen sind wieder viel zu schnell vergangen, an einem Wochenende waren wir zu Viert in der Massai-Mara. Bei einer Safari, organisiert von unserem Pater, erlebten wir Kenia von einer ganz anderen Seite. Diese Reise ist wirklich zu empfehlen.

Wie oben schon erwähnt, fiel in unsere Zeit ein Schwesternwechsel, Sr. Rose geht weg nach Kisii und lernt Sr. Dominique ein. Vom Temperament und Alter sind beide sehr verschieden, aber wir hatten keine Probleme. Wir hoffen, unseren Nachfolgern geht es auch so. George, unser Koch, hat für die dortigen Verhältnisse gezaubert und uns jeden machbaren Wunsch erfüllt. Das Duschen bleibt spartanisch, das Wasser wird auf offenem Feuer erhitzt und sparsam mit dem Messbecher verbraucht, aufgefangen und zum Klospülen verwendet. Ansonsten füllen die Schulkinder die Fässer und schleppen für uns das Wasser. Das Leben in Kaplomboi ist sehr einfach, die Menschen sind aufgeschlossen, herzlich, offen, dankbar und freundlich. Wir haben wieder in viele von Herzen strahlende Gesichter geblickt, und wir fühlen uns mit den Menschen dort sehr verbunden.
Diese Reise war wieder eine sehr intensive Erfahrung, die lange nachwirken wird, und unser Leben auch hier beeinflusst. Wir kommen gerne wieder.

  • chrk021
  • chrk115
  • chrk101
  • chrk096
  • chrk114
Dentists for Africa e.V. Tel. Patenschaftsprojekt:
+49 (0) 3634 6048592 Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung
Belvederer Allee 25, D-99425 Weimar
Telefon: +49 (0) 3634 6048590
E-Mail: info@dentists-for-africa.org Telefax: +49 (0) 3634 6048591