Dentists for Africa Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung

Famulaturbericht, 08.08.-01.10.2014

Ein Jahr vor unserem Abflug nach Nairobi haben unsere Famulatur Vorbereitungen begonnen. Von einer Zahnmedizin Studentin erfuhr ich von den „Dentists for Africa e.V.“ und war sofort begeistert. Wir fuhren zu der Jahreshauptversammlung nach Heiligenstadt, um uns über die Projekte in Kenia zu informieren. Sofort wurden wir sehr herzlich begrüßt und fühlten uns sehr wohl inmitten von engagierten und sympathischen Menschen. Ab diesem Zeitpunkt blieben wir in regem Kontakt mit Herrn Dr. Pathe, der uns über die Einsatzpläne informierte. Lange Zeit vor Abflug buchten wir dann unseren Flug nach Nairobi, wobei bis dato noch nicht fest stand, welche Kollegen (Zahnarzt/in) wir in Kenia begleiten dürften. Unsere Vorbereitungen liefen weiter, indem wir bei vielen Firmen anfragten, uns mit Sachspenden zu unterstützen.

An dieser Stelle möchten wir uns auch sehr bei allen bedanken, die uns so großzügig mit Sachspenden unterstützt haben.

Nachdem der Abflugtermin immer näher rückte, wir inzwischen einen ganzen Koffer voller Spenden gesammelt hatten (Zahnbürsten, Composite, Bohrer, Handschuhe, Mundschutze....etc) und unser Semester erfolgreich beendet war, konnte es endlich Richtung afrikanischen Kontinent gehen. Am 08.08.2014 hoben wir von Frankfurt über Abu Dhabi Richtung Nairobi ab. Am Flughafen Nairobi wurden wir (sehr pünktlich) von Patrick Ikiki abgeholt, der uns in ein einfaches Hotel mitten in Nairobi brachte. Dort übernachteten wir eine Nacht, damit wir am nächsten Tag schon morgens früh die lange Autofahrt Richtung Lake Viktoria bis Asumbi beginnen konnten. Die Straßen wurden immer schlechter mit vielen Schlaglöchern und „Bumps“. Die letzten 40 km wurden dann auf einer Buckelpiste zurückgelegt mit max. Geschw. 20 km/h. Nach einer knapp 8-stündigen Autofahrt wurden wir dann in Asumbi sehr herzlich von einer deutschen Zahnärztin Cornelia und ihrer Familie empfangen.

Asumbi ist ein kleines Dorf, in dem verschiedene Schulen angesiedelt sind. Vor allem ist dort die „Hauptzentrale“, das „Motherhouse“ der franziskanischen Nonnen-Gemeinschaft, die das Krankenhaus betreiben und bei denen wir untergekommen waren.

Da Wochenende war, blieben uns ein paar Tage, um uns einzugewöhnen und zu akklimatisieren (Asumbi liegt auf 1500 m). Am Sonntag unternahmen wir einen Ausflug nach Homa Bay am Lake Viktoria und waren sehr beeindruckt von dem Leben, den Menschen und der so anderen Tierwelt.

Am nächsten Tag ging es endlich ans Arbeiten. Wir schauten zunächst der erfahrenen Zahnärztin Cornelia, die bereits sehr viel Kenia-Erfahrung sammeln durfte, über die Schulter. „Gladys“ (Oral Health-Officer), half uns bei der Patienten Kommunikation und erklärte uns, wie in Kenia gearbeitet wird. Dann begannen wir, uns nach dem Mittagessen abzuwechseln und durften unter Aufsicht am Patienten arbeiten.

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Alle Mahlzeiten wurden von „Winny“ extra für uns fünf (Zahnärztin Cornelia, Tochter Eva, Oma Monica, Student Christoph und Student Luca) zubereitet. Sie ist eine exzellente Köchin, die uns mit lokalen Spezialitäten verwöhnte.

Nach dem ersten Behandlungstag, einigen Kiswahili Vokabeln mehr im Kopf und vielen neuen Eindrücken fielen wir abends müde ins Bett.

Die nächsten Behandlungstage verliefen ähnlich gut wie der erste und unser 4er Team gewöhnte sich immer mehr aneinander. Wir untersuchten in dieser Woche viele HIV-kranke Kinder, die zu einem Kinder-Fest im Krankenhaus Asumbi kamen. Dazu gingen wir ins Freie, da der Strom ausfiel und kein Benzin für den Generator vorhanden war. So setzten wir unsere Stirnlampen auf und untersuchten zu dritt parallel viele Kinder. Gladys (Oral Health- Officer) und Dorcas (Zahnmedizinstudentin aus Uganda) kümmerten sich um die Buchführung und um das Sterilisieren der Untersuchungsinstrumente.

Leider blieben Cornelia und Familie nur diese Woche in Asumbi, so dass wir die nächsten 2 Wochen allein mit Gladys arbeiteten.

Wir unternahmen viel mit 3 gleichaltrigen Kenianerinnen (Dorcas, Elisabeth und Josephine, davon 2 angehende Nonnen und eine Zahnmedizinstudentin), die auch auf dem Gelände der

Franziskaner lebten. Sie führten uns viel herum zeigten uns das Dorf und beantworteten uns geduldig unsere vielen Fragen über das Land. Die Menschen im Dorf waren sehr freundlich zu uns, viele winkten einem zu (vor allem Kinder) und wollten uns die Hand schütteln. Sobald man Interesse an Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser etc. zeigte, bekam man sofort eine Führung bis zur kleinsten Putzkammer und Vorstellung aller Mitarbeiter.

Wir nahmen an einer Beerdigung, Sonntags Gottesdiensten und einem großen Fest teil, bei dem neue Nonnen in den Orden aufgenommen wurden. Auch am Wochenende hatten wir uns Ausflüge in die nähere Umgebung vorgenommen. Am Abend hatten wir in der Regel keinen Strom und vertrieben uns die Zeit mit viel Schach, Kniffel und Lesen.

Zahnmedizinisch haben wir sehr gut mit Gladys zusammengearbeitet, sie war glücklich, uns als kleine Unterstützung zu haben und wir waren froh, von Ihr lernen zu können, was Füllungen, Extraktionen und Patienten-Kommunikation auf Kiswahili angeht.

Einen Tag sind wir ins ca. eine Autostunde entfernte „Rodi“ gefahren, um dort den ganzen Tag Patienten zu untersuchen. Diese sollten am nächsten Tag für das „Treatment“ nach Asumbi gebracht werden. So konnten wir am folgenden Tag 27 Patienten aus Rodi behandeln, die alle recht glücklich am Abend wieder nach Hause gebracht wurden. Viele von Ihnen warteten sehr geduldig den ganzen Tag auf Ihre Behandlung (Scaling, Füllung, Extraktion).

Nachdem wir nun 3 Wochen in Asumbi gearbeitet hatten, wollten wir etwas von dem wilden Kenia sehen, dass man nur aus dem TV kennt. Wir fuhren zu einem Priester der dem Maasai Stamm angehört (Father Thomas). Sister John Mary die Leiterin des Krankenhauses in Asumbi, hatte uns den Kontakt hergestellt. Dort blieben wir einige Tage und lernten viel über die Kultur der Maasai, die Tierwelt in der Masai Mara und über eine ganz andere Region Kenias. Ein Ausflug in den Masai Mara Nationalpark war natürlich ein Muss. Mit Father Thomas hatten wir einen sehr guten Führer, der uns viel erklärte.

Unsere nächste Station war Nyabondo. Dort kamen wir gleichzeitig mit Ines (Zahnärztin) und Frank (Zahntechniker-Meister) an. In Nyabondo lief es im Prinzip ähnlich ab wie in Asumbi, bis auf den Unterschied, dass die Station dort viel besser ausgerüstet ist. Asumbi ist noch eine recht neue Station und nicht wie Nyabondo schon seit 14 Jahren von den „Dentists for Africa e.V.“ unterstützt. in Nyabondo gibt es sogar ein Zahntechnik-Labor und es können prothetische Arbeiten hergestellt werden. Auch das Röntgen-Gerät funktioniert, und die Station ist bestens für endodontologische Behandlungen ausgestattet.

Von dem Oral Healthofficer Nicolas sowie von Ines lernten wir viel, was Extraktionen angeht. Leider bleibt oft nur noch die Extraktion als Behandlungsmöglichkeit, da die Patienten meist erst kommen, wenn die Schmerzen kaum auszuhalten sind. Zudem sind endodontologische Behandlungen kostspieliger, was sich die Mehrheit der kenianischen Bevölkerung nicht leisten kann. Für Kinder werden allerdings alle Behandlungen und Untersuchungen von dem Verein übernommen.

Der Krankenhauskomplex in Nyabondo ist groß und für die Leute in der Umgebung sehr wichtig. Dort werden HIV-Patienten behandelt, Operationen durchgeführt, Labordiagnostik betrieben und Krankenschwestern ausgebildet.

Es wurde für uns ein Untersuchungstag in einem Heim für Kinder mit Behinderung organisiert. Sofern die Kinder kooperativ waren, konnten sie in den nächsten Tagen in der Station behandelt werden.

Nach fast 2 Wochen in Nyabondo fuhren wir zurück zu unserer ersten Station in Asumbi und konnten dort wie gewohnt wieder direkt in die Arbeit einsteigen. Es wurden jetzt viele Schüler untersucht, da die Schulferien vorbei waren. Die letzten Tage durften wir mit zwei jungen Zahnärztinnen aus Mainz zusammenarbeiten, bevor es für uns wieder Richtung Heimat ging.

Am 01.10.2014 fuhren wir um 04:00 Uhr mit dem Geländewagen in kompletter Dunkelheit Richtung Kisumu, um unseren Inlandsflug nach Nairobi zu erreichen. Es war ein trauriger Abschied von den Sisters und Krankenhausmitarbeitern und vor allem von Sister John Mary, die sich sehr um uns gekümmert hatte. Um 08:35 Uhr hoben wir dann in Kisumu ab Richtung Nairobi/ Frankfurt. Wir waren traurig, dass eine sehr intensive Zeit vorbei war, aber auch glücklich, wieder in die Heimat fliegen zu können. Unsere Köpfe waren voll mit neuen Erfahrungen und Eindrücken, so dass sie erstmal eine Pause brauchten. Wir werden bestimmt wieder kommen!

Vielen Dank an dieser Stelle auch an unsere Organisation „Dentists for Africa e.V.“.

In unseren Augen macht die Organisation sehr gute Entwicklungsarbeit, die auch über den zahnmedizinischen Bereich hinausgeht.

 

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