Dentists for Africa Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung

Abschlussbericht: Einsatz vom13.02.-06.03.2015

Einsatzleistende: Steffi Schmitt-Langer (Zahnärztin), Carmen Luzens (ZAH), Daniela Schwarte und Sylvia Endlichter (beide Studentinnen)

Nach intensiver Vorbereitung startete unser 4. Keniaeinsatz für die Organisation „Dentists for Africa“ nach Kapnyeberai, für Carmen und mich schon bekannt von 2013. Diesmal begleiteten uns 2 Zahnmedizinstudentinnen, Dani und Sylvie, die wir zur Mitgliederversammlung im Herbst kennenlernen durften und von da ab schon wussten: „Wir werden ein gutes Team“. Da wir nach unserer letzten Erfahrung unseren Flug wieder bei KLM gebucht hatten, hatten wir mit 4 Leuten genug Gepäckkapazität, die bis aufs letzte Kilo genutzt wurde.

Ein Spendenaufruf in der Praxis und Anfragen bei unseren Dentalfirmen trafen auf unglaubliche Resonanz. Kindersachen, Bekleidung für Erwachsene, kleine Spielsachen, Brillen und Geldspenden wurden gesammelt – wir mussten sogar aussortieren und heben den Rest für die nächste Reise auf. 2 Koffer wurden mit dem nötigen Zahnarztmaterial für alle Behandlungen gefüllt, 3 Koffer mit Spenden für die Menschen dort. Endlich konnte es losgehen. Waldi, unsere treue Mitstreiterin von 2010 und 2012, brachte Carmen und mich zum Flughafen nach München. In Amsterdam trafen wir dann unsere „Mädels“ und flogen zusammen weiter. Nach der Ankunft in Nairobi am Morgen des 14.02. gaben wir unsere 12 Koffer (8 mal 23 kg und 4 mal 12kg Handgepäck) in einer Gepäckstation auf dem Flughafen ab - unser Weiterflug nach Eldoret ging erst am Nachmittag. Diesen hatten wir direkt bei „Kenia Airline“ gebucht und schon in Deutschland das Übergepäck bezahlt, so gab es beim Einchecken keine Probleme.

Die Zeit in Nairobi nutzten wir für einen Besuch der „Babyelefanten-Aufzuchtstation“, wirklich ein tolles Projekt und ein lohnender Besuch. Endlich kamen wir gegen Abend in Eldoret an, und eine liebe und zuverlässige Sr. Gracia erwartete uns schon. Selbst für Afrikaner war die Gepäckmenge und Personenzahl zuviel für ein Auto, also fuhren Carmen, der Fahrer und alle Koffer im Auto, der Rest mit einem Matatu zum Konvent. Die erste lustige Erfahrung für unsere Neueinsteiger: ein Matatu ist niemals voll.

Die Wiedersehensfreude war riesig. Ein Teil des uns bekannten Personals war noch da, die Station neu gestrichen, ein neuer Fliesenfußboden und der Rohbau eines neuen riesigen Gästehauses wurden bestaunt. Francis, ein kenianischer Zahnmedizinstudent, machte gerade sein Praktikum in der Station, d.h., wir waren 5 Leute zum Arbeiten. Am Sonntag wurden die nötigsten Dinge im Supermarkt von Kapsabet und auf dem Sonntagsmarkt erstanden. Danach haben wir die Praxis mit unseren Materialien ausgestattet, dass einem zügigen Behandlungsbeginn am Montag nichts mehr im Wege stand. Sr. Gracia hatte alles perfekt vororganisiert.

  • 1
  • 2
  • 3
 

Nach einem Morgenlauf mit Dani und Sylvie und unserem Frühstück in der Sonne im Freien begann der erste Arbeitstag. Francis freute sich und hatte viele Fragen. Dani hat vor ihrem Studium eine Lehre als Zahntechniker gemacht, und die beiden fertigten nach erfolgreicher Materialsuche eine Prothese an. Danach kamen die Mädchen der Secondary School zur Untersuchung und Behandlung. Zu fünft konnten wir effektiv arbeiten. Bei der Zahnputzdemonstration stellten die Mädchen viele interessierte Fragen. Carmen kümmerte sich um Desinfektion und korrekte Sterilisation, wenn zwischendurch Zeit war, wurde geputzt. Wir waren glücklich, dass alles funktionierte, obwohl Ken, der ehemalige Helfer und Fahrer, nicht mehr in der Station arbeitet. Ein Kompressor war von Anfang an defekt, aber der zweite funktionierte. Wir wechselten uns bei der Behandlung und Assistenz ab, so kamen alle auf ihre Kosten. Die Zahnsteinentfernung fand in einem anderen Raum statt.

Zwischendurch kamen die Menschen aus dem Dorf mit Zahnschmerzen zur Behandlung. Wird wirklich mal eine Prothese benötigt, kommt ein Zahntechniker aus Kapsabet, das ist leider nur einmal in 3 Wochen passiert – schade! Ansonsten können sich die Menschen noch immer nur Extraktionen leisten, auch nur von den Zähnen, die gerade wehtun.

Am Mittwochabend hatten wir eine Riesenfreude. Unsere Patenkinder Prisca und Lilian und zwei weitere Waisenkinder, Johanna und Lewis, kamen aus dem Internat angereist. Prisca hatte Augenprobleme und war fix und fertig. Wir verteilten noch Geschenke, und dann mussten die Kinder schlafen. Die nächsten 2 Tage hatten wir soviel Arbeit in der Station, dass kaum Zeit für unsere Mäuse blieb, aber ich konnte Prisca zum Assistieren in die Station locken – sie machte begeistert mit, schließlich will sie selbst mal Zahnärztin werden. Endlich war Wochenende und Zeit für unsere Kinder.

Am Samstag war 6 Uhr Wecken, 7 Uhr Frühstück, und dann ging´s los nach Eldoret mit 5 Kindern und 6 Erwachsenen. Unseren schönen Ausflugstag haben wir extra beschrieben, siehe Artikel „Wiedersehen mit unseren Patenkindern“. Ich war sehr erleichtert, als sich Priscas Augenprobleme als Infektion herausstellten. Sie bekam Medikamente, und bei unserem 2. Treffen ging es ihr auch schon besser.Unsere Kinder sind jedesmal total glücklich und dankbar. Es ist toll, Zeit mit ihnen zu verbringen.

Die nächste Woche ging es ähnlich weiter. Nach der Behandlung der großen Mädels kam Sr. Gertrud mit den Kindern der Primary School zur Untersuchung und Behandlung. An einem Nachmittag fuhren wir nochmal nach Kapsabet zum Einkaufen für die Kinder. Es wurden Matratzen und Decken für´s Internat und Schulbücher benötigt. Außerdem kauften wir für die Kinder des armen Dorfes ein, in das wir zu einem Mobile fahren würden. Eine endlose Liste! Ich war froh, so viele Spendengelder bekommen zu haben. Herzlichen Dank allen Spendern.

Am Donnerstag holte uns dann Afrika ein – der Kompressor tat nicht mehr. So wurde diskutiert, wie es weitergehen sollte, zwischendurch zogen wir Zähne. Kevin, der Techniker, sollte aus der Nähe von Nairobi zur Reparatur anreisen – das konnte dauern! Freitagmorgen blieben Carmen und Francis für die Patienten mit Extraktionen in der Station, wir fuhren nochmal zum Einkaufen für die Kinder. Außerdem musste Sr. Gracia Sachen für´s neue Gästehaus besorgen, wir kauften Waschbecken und Toiletten, und das Auto war mal wieder brechend voll. Inzwischen war Kevin in der Station angekommen, konnte aber trotz intensiver Bemühungen den Kompressor nicht reparieren. Wir telefonierten mit der Station in Nyabondo und organisierten uns von dort einen Kompressor. Den wollten wir auf dem Heimweg vom Mobile dort abholen.

Ziemlich entspannt verbrachten wir ein schönes Wochenende mit Ken und Francis im Kagamega Forest. Auf der Heimfahrt besuchten wir Kens Familie, bewunderten den Familienzuwachs – endlich ein kleiner Junge! 

Wieder im Konvent wurde für den Mobile am Montag gepackt. Ich war schon 2010 in diesem extrem armen Dorf und wusste, was uns erwartete. Bei unserer Ankunft standen die Menschen schon Schlange, sowohl Mütter mit ihren Säuglingen wegen der mitgebrachten Kleidung, aber auch massenhaft Menschen mit Zahnschmerzen. Wir bauten schnell auf und begannen. Bis zum Dunkelwerden arbeiteten wir und machten am folgenden Tag noch vor dem Frühstück weiter. Trotzdem konnten wir nicht alle bedürftigen Menschen behandeln, wir mussten einige mit Zahnschmerzen zurücklassen. Für das nächste Mal werden wir 3 Tage einplanen. Auf unserem Heimweg machten wir in der Schule unserer Patenkinder Station, brachten Schulbücher und etwas Essen und holten den Kompressor aus Nyabondo ab.

  • 4
  • 5
  • 6
 

Der nächste Tag begann für Carmen sehr früh, weil alles vom Mobile sterilisiert werden musste. Unsere Hoffnung, einen funktionierenden Kompressor benutzen zu können, wurde schnell enttäuscht. Halblebig hielt er bis zum Nachmittag durch, dann gab er den Geist endgültig auf. Ich ärgerte mich sehr, wir hätten soviel Arbeit beim Mobile gehabt! So blieben uns nur noch die Patienten aus Kapnyeberai und die Schulkinder für Extraktionen. Nebenbei machten wir die Abrechnung für Deutschland.

Die Organisation zahlt dem Konvent die Behandlung der Kinder:  Milchzahnextraktion 1€, Ex. Bleibender Zahn 3€, Milchzahnfüllung 2€, 1 Fllg. Bleibender Zahn 7€, Scaling 1€. Wir haben trotz Geräteausfall ca. 300 Füllungen gelegt, 100 Kinderzähne gezogen und 50 Zahnreinigungen gemacht. Zusätzlich wurden Patienten aus dem Ort und beim Mobile behandelt, die selbst zahlten. Für Sr. Gracia ist das viel Geld, mit dem sie ihr Personal bezahlen und die Station ausstatten kann. Es muss wieder gesagt werden: Sr. Gracia ist eine unglaublich gute Organisatorin. Außer der Arbeit im Konvent, der Arztstation und Dental Unit baut sie z.Z. ein neues Gästehaus, kümmert sich um etwa 20 Waisenkinder, die oft ihre Ferien dort verbringen, und sorgt sich bis ins Detail um unsere Belange. Das Personal ist einfach liebenswert, aufmerksam und hilfsbereit. Wir wurden hervorragend bekocht, halt unter afrikanischen Bedingungen, die Unterkünfte waren sauber, und jeden Abend gab es eine warme Eimerdusche – Luxus in Kenia!

Der letzte Abend endete mit einer Abschiedsfeier – ein schönes Essen für das gesamte Personal und die Sisters, Reden, Geschenke und viel Spaß. Es war wieder eine intensive und spannende Zeit, die keiner von uns missen möchte. Wir haben wunderbar zusammen gearbeitet, sowohl mit Sylvia und Daniela als auch mit Francis, der sicher ein ausgezeichneter Zahnarzt wird.

Carmen und ich sind uns einig: Wir kommen wieder!

  • chrk126
  • chrk015
  • chrk103
  • chrk222
  • chrk137
Dentists for Africa e.V. Tel. Patenschaftsprojekt:
+49 (0) 3634 6048592 Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung
Belvederer Allee 25, D-99425 Weimar
Telefon: +49 (0) 3634 6048590
E-Mail: info@dentists-for-africa.org Telefax: +49 (0) 3634 6048591