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Einsatz vom 27.09.-09.10.2015

Einsatzleistende: Dr. Volker Schlude

Liebe Kolleginnen, Kollegen, sowie Freunde der Dentists of Africa,

nachdem mein Kollege und ich im Juli nach 28 Jahren Selbstständigkeit unsere Praxis abgegeben haben, schaute ich mich im Internet nach zahnmedizinischen Hilfsorganisationen um. Dabei stieß ich auf die Dentists of Africa. Ich hatte ohnehin eine Reise nach Kenia für den Herbst geplant, und so erschien mir dies genau das richtige Betätigungsfeld für den Ruhestand. Nach 2-3 Telefonaten mit Kollegen Pathe, entschied ich mich sehr schnell für einen " Test " Einsatz in dem von ihm empfohlenen Ort "Kaplomboi" ca. 250 km Nord-Westlich von Nairobi.

Am 25.9. flog ich dann ab Friedrichshafen mit Turkish Airlines über Istanbul nach Nairobi. Dort holte mich eine Bekannte ( frühere Au-pair in Biberach ) ab, und brachte mich nach Kaplomboi - eine ca. 5 stündige angenehme Autofahrt. Nur auf den letzten ca. 10 Kilometer war die Straße in einem sehr schlechten Zustand, was sich aber hoffentlich bald ändert, da sie im Moment von Chinesen erneuert wird.

Der Empfang in Kaplomboi durch Rose und Sister Augustin war sehr herzlich und ich war angenehm überrascht von dem sehr schön gelegenen Gästehaus. 1 Stunde nach Ankunft kam auch schon der 1. Patient und ich extrahierte mit Assistenz von Rose einen 3 wurzligen 25 - sehr schweißtreibend.

Am Montag 28.9. war ein Besuch in der Mariko Schule ( ca. 30min Fahrt mit dem Vereins Auto und Fahrer Boniface ) angekündigt. Sehr gut organisiert von Sister Dominique, Peter Langat und Cornelius. Dort wurde den ca. 120 Kindern kurz die Putztechnik erklärt und demonstriert Danach fand die Untersuchung der Kinder statt - Dauer ca. 2 h. Deren Gebisszustand war erstaunlicherweise besser als erwartet. Dennoch wurden ca. 35 Kinder zur Behandlung nach Kaplomboi einbestellt.

Am Dienstag 29.9.: dann morgens Besuch der privaten Sotik Schule mit 150 Kindern - ebenfalls überraschend sehr guter Zustand der Gebisse. Nachmittags kleinere Behandlungen in Kaplomboi Extraktionen und Füllungen.

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Mittwoch 30.9.: Besuch der Sertik Schule mit 120 Schülern sowie der Kapsiongo Schule über 200 Schüler.
Wieder recht guter Gebisszustand, jedoch sehr viele stark verfärbte Zähne durch Fluorosen

Donnerstag 1.10. sollten eigentlich die Schüler der Mariko Schule um 9:00 da sein.

Es kamen jedoch nur 15 Schüler gegen 12:00, welche dann von mir behandelt wurden. Meist Extraktionen von Milchzähnen und Molaren - diese wurden von Cornelius auf dem Ersatz Stuhl gemacht.
Sowie Füllungen in Milchzähnen und Molaren - hauptsächlich 1 flächig und mit Amalgam. Danach Stromausfall (Praxis und Gästehaus) wegen nicht bezahlter Stromrechnung. Diese wurde von mir mit dem sehr gut funktionierenden Bezahlsystem MPesa übernommen, und am nächsten Tag war auch wieder Strom da.

Freitag 2.10. Behandlung von ca.30 Schülern der Sotik Schule.

Montag 5.10. Behandlung von 25 Schülern (??) nachmittags Besuch der Schule in Kaplomboi.

Dienstag 6.10. Großkampftag :

Untersuchung von mehr als 600 ( Zahl stimmt ! ) Schülern und 20 Lehrern der Queens of Angels Schule. Durch sehr gute Organisation war das in knapp 6h bewältigt. Eine Milchzahn Extraktion auf dem Gartenstuhl.

Mittwoch 7.10. Behandlung von ca.25 Schülern der Queens of Angels Schule - mehr war nicht möglich, da zum einen späte Ankunft und zum zweiten nachmittags Stromausfall von mehr als 2h.

Donnerstag 8.10. Behandlung von 75 Schülern und Lehrern der Queens of Angels Schule.

Freitags 9.10.Untersuchung von 25 Schülern der ?? Schule und Behandlung von 14 Kindern. Nun noch einige Anmerkungen zur Zahnstation und dem Gästehaus:

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Die Ausrüstung in der Zahnstation entspricht sicher nicht unserem Standard - es läßt sich aber mit einigem Improvisations - Talent und Willen doch sehr gut dort arbeiten. Die Absaugung mit Speichelzieher gestaltete sich recht schwierig, aber machbar. Deswegen und aus Zeitgründen habe ich hauptsächlich Amalgam Füllungen gelegt. Ein Röntgengerät ist nicht vorhanden. Störend waren auch die kurzzeitigen Stromausfälle, sodaß während dieser Zeit nur extrahiert werden konnte. Wasser zum Händewaschen war in der 1. Woche auch nicht da: es wurde ein Eimer mit Wasser bereit gestellt. Nach Drängen bei Sister Dominique wurde aber das Wasser aufgefüllt und es gab wieder fließendes Wasser. Das Arbeiten mit Rose - dem Mädchen für Alles (Assistenz,Verwaltung,Instrumentenpflege und Sterilisation und vieles mehr) sowie dem Zahntechniker (mit Dentisten-Ausbildung) Cornelius war sehr angenehm und machte viel Freude. 

Gästehaus:

Das Gästehaus war einfach, aber sehr zweckmäßig - bei Bedarf 4 Schlafzimmer (2 eingerichtet mit Bett und Moskitonetz) Wohnzimmer, kleinem Bad und Toilette sowie Küche. Am Hang gelegen mit einem herrlichen Blick. Leider war auch hier ein Problem mit der Dusche, jedoch kam wenigsten Wasser aus den Wasserhähnen. Als Köchin fungierte Sister Augustine, welche mittags und abends 3 Gänge kochte. Drei Abende war gemeinsames Essen mit den anderen Schwestern und Father Albert im Convent. Das Essen war immer sehr reichlich und schmackhaft. Trotz anfänglicher Bedenken - vielleicht auch dank der entsprechenden Desinfektion mit Whisky - hatte ich nie Magenprobleme.

Resümee :

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung - sei es in den Schulen, bei der Behandlung oder mit den Schwestern und Betreuern.

Die Dankbarkeit auch über kleine Dinge,ist überwältigend - Riesenfreude machen Luftballons, welche auch leicht zu transportieren sind oder Seifenblasen.

Ich werde wieder kommen. 

Dr.Volker Schlude

 

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